Kultschauspielerin stellt gesichtslose Selbstporträts aus

Rossy de Palma zeigt ihre Fotoausstellung in der Kaplan Projects Gallery in Palma

Rossy de Palma

„Ich beschreibe mich ungern selbst, weil so etwas sehr einschränkt“, so Rossy de Palma, die in Begleitung ihrer Kinder Gabriel und Luna erscheint, die höflich und freundlich daherkommen und das Glück haben, die kreative Begabung ihrer Mutter geerbt zu haben. Im Laufe der Jahre hat Rossy eine beachtliche internationale Karriere als Schauspielerin, Sängerin und Model hingelegt. Man kennt sie vor allem aus Filmen von Pedro Almodóvar, aber auch von anderen berühmten Regisseuren wie Robert Altman und Mike Figgis. Sie hat mit George Michael und Rosalia zusammengearbeitet und wurde mit dem französischen Orden der Kunst und Literatur ausgezeichnet.

Vor Jahren entwickelte Rossy dann eine Leidenschaft für die Fotografie, anfangs mit ihrer alten Polaroid-Kamera, aber die Schnelligkeit der Smartphones überzeugte sie, auf aktuellere Technologien zu setzen. Ihre jüngsten Arbeiten werden jetzt im Rahmen des neuen Projektes der renommierten Kunstkuratorin und -beraterin Mercedes Estarellas in der Galerie Kaplan Projects (www.kaplanprojects.com) in Palma ausgestellt. „Es geht um gesichtslose Selbstporträts, basierend auf einem Monolog, den ich für das Piccolo Teatro in Mailand geschrieben habe. Das Ganze war dort so erfolgreich, dass ich es nach Mallorca holen wollte. Es heißt „Resilienza d’Amore“ und will erforschen, warum Gesichter von Vampiren so schnell unsere Aufmerksamkeit erregen. Es macht mir großen Spaß, mit Verschleierung zu arbeiten, wenn ich Frauenfiguren verhülle und ihre Identität verberge. Auf diese Idee bin ich rein zufällig gestoßen, und es funktioniert auf der ganzen Welt, von der Masai Mara über Mexiko bis hin zur Akropolis in Athen. Das Allerwichtigste ist jedoch, dass es immer mit der Welt der Frau und der Verhüllung des Kopfes verbunden sein muss. Auf diese Weise zeige ich, was Frauen in ihrem Leben zu tragen haben – meine Arbeit ist geprägt von einer dadaistischen Vision und Elementen visueller Poesie.“

Rossy erklärt, sie sei von Martha Graham, Pessoa und Krishnamurti inspiriert. „Schon in ganz jungen Jahren begann ich zu dichten, und meine Großmutter hob alles auf. Sich dem Künstlertum zu verschreiben bedeutet Erlösung, weil es keinerlei Grenzen gibt und nur die Kunst zählt. Die einzigen Grenzen, an die ich glaube, sind gastronomischer Natur. Geopolitik ist willkürlich, wie die Religionen, die wir erfinden. Ideal wäre es, wenn wir einen großen Weltführer hätten – im besten Falle eine einfühlsame und intelligente Frau, die sich um das globale Ungleichgewicht kümmert, statt die Lage zu verschlimmern, in der Menschen bei dem Versuch sterben, in Booten nach Europa zu gelangen.“

Wann immer es die Arbeit zulässt, kommt Rossy nach Mallorca – sie liebt das Licht auf der Insel und will keinen einzigen Sonnenuntergang verpassen. „Einmalige Ereignisse, von denen ich nie genug bekomme“, sagt sie. Sie kommt nach Mallorca, um ihre Eltern und ihre Lieblingsorte zu besuchen, darunter die Bar Bosch, wo sie gern „Lobster“ isst, die Kathedrale, die Altstadt und Can Joan de S’Aigo, wo sie sich gern ein Eis gönnt.

„Ich bin ein Kind des Mittelmeers und erfreue mich an den einfachsten Dingen. Meine liebste Jahreszeit ist der Herbst, im September und Oktober gehe ich zum Strand, durchstreife die Landschaft und vergesse dabei alle Sorgen. Ich verpasse keine Essensverabredung mit meinen Freunden Susy Gómez und Juan Antonio Horrach im Restaurant Sadrassana, wo es die besten Cocas de Patata gibt. Es liegt an der Plaza Sadrasana und weckt viele Jugenderinnerungen. Außerdem wohne ich unglaublich gern im Hotel Punta Negra.“

Photos by Sara Savage

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