Paco Arango: Filmemacher und Menschenfreund

Wie die Arbeit mit krebskranken Kindern sein Leben für immer veränderte

Drehbuchautor, Regisseur und Produzent Paco Arango wurde 1967 in Mexiko in eine spanischstämmige Familie hineingeboren. Mit fünf Jahren zog er nach Spanien und hatte seitdem immer ein Heim im Norden von Mallorca. Er sagt: „Ich fühle mich eng mit dieser Insel verbunden. Ich hatte auch einmal eine mallorquinische Freundin, die mich für immer geprägt hat und noch heute meine beste Freundin ist“.

Das Filmemachen hat Arango in Boston und Los Angeles studiert. Als Sänger nahm er fünf Alben mit Sony Records auf und 1999 gründete er eine Fernsehproduktionsfirma, mit der er unter anderem die berühmte Serie ‚Ala…dina!‘ gemacht hat. Vor 17 Jahren dann verspürte er den Drang, sich solidarisch zu engagieren, „um etwas von dem Glück, das ich hatte, zurückzugeben”, und begann, ehrenamtlich im Niño Jesús Hospital mit kleinen Kindern zu arbeiten, die an Krebs erkrankt waren. Das veränderte sein Leben für immer und brachte ihn dazu, 2006 die Stiftung Aladina zu gründen, die das Leben von krebskranken Kindern und Jugendlichen und deren Familien besser und glücklicher machen soll. Gegenwärtig unterstützt sie über 1500 Kinder.
2007 bat Paul Newman ihn, Vorstandsmitglied des Serious Fun Children‘s Network zu werden, das auf der ganzen Welt Camps für schwerkranke Kinder unterhält, wo sie ihre Krankheit für eine Weile vergessen, Spaß haben und einfach Kind sein können. „Auch die Ärzte bestätigen, dass diese Erlebnisse den Kindern bei der Genesung und durch die Chemotherapie helfen. Und Paul war nicht nur ein grandioser Schauspieler, sondern auch ein wahrer Engel. Er entwickelte die Lebensmittelmarke „Newman‘s Own“, deren Gewinne ausschließlich für wohltätige Zwecke verwendet werden, und die uns bisher 540 Millionen Dollar an Spendengeldern beschert hat“, so Paco.

Im Jahr 2011 dann schrieb und drehte Paco seinen ersten Film „Maktub“ mit Warner Bros, in dem er zeigen wollte, was er von den Kindern gelernt hatte, und für den er dreimal für den spanischen Filmpreis Goya nominiert wurde. Mit den Einnahmen aus dem Film konnte eines der modernsten Knochenmarkstransplantationszentren in Europa finanziert werden: das Maktub Center für Knochenmarkstransplantationen im Niño Jesús Hospital in Madrid. Bisher sind schon 171 Transplantationen durchgeführt worden. „Ich bin Filmemacher und nur unterwegs, wenn ich arbeite – das ist die einzige Zeit, die ich nicht mit den Kindern in den Krankenhäusern verbringe. Ich werde immer Filme für karitative Zwecke machen, denn all meine Einnahmen sollen ihnen zugutekommen“, sagt er voller Leidenschaft.

Paco beschloss, diese Erfahrung mit dem Film „Lo que de verdad importa“ (englischer Titel “The Healer”) zu wiederholen, dessen Einnahmen aus all seinen Premieren in Spanien und über die Grenzen hinaus in den USA, Mexiko, Großbritannien und anderen europäischen Ländern zu hundert Prozent in seine Stiftung fließen. Sie werden es der Fundación Aladina ermöglichen, dass sie jeden Sommer mehr als 120 krebskranke spanische Kinder in diese Camps schicken kann, ohne dass ihren Familien irgendwelche Kosten entstehen.

„Es ist ein märchenhafter Film. Ich habe ihn in Kanada mit britischen Schauspielern wie Jonathan Pryce (Game of Thrones) und amerikanischen wie Jorge García (Lost) und Oliver Jackson-Cohen (Emerald City) gedreht. Es ist die Art Kino, die Sie nicht nur verzaubert und anregt, sondern bei der all Ihre Ausgaben auch einem kranken spanischen Kind helfen werden. „Es war nie so einfach, Gutes zu tun“, erklärt er. Der Film handelt von einem Mann, der sich seiner Gabe zu heilen nicht bewusst ist; dann kommt ein kranker Teenager (Kaitlyn Bernard) und hilft ihm, den Sinn seines Lebens neu zu überdenken. Es ist ein heiterer Film für die ganze Familie mit einer positiven und hoffnungsvollen Botschaft. Den letzten Song schrieb Paco, inspiriert von einem 14-jährigen Mädchen, das Paul Newman dankt. Er wurde auch zur Hymne der Camps.

Der spanische Titel stammt von der Stiftung “Lo que de verdad importa“, für die Paco als Sprecher fungiert und die das Ziel verfolgt, jungen Menschen Werte zu vermitteln.

Bald wird Arango uns mit zwei neuen Filmen überraschen, die sich in Planung befinden und an denen internationale Schauspieler und Drehbuchautoren mitarbeiten werden – manche von ihnen haben sogar schon einen Oscar bekommen. Der eine heißt “11%“ und spielt in New York und der andere ist eine romantische Komödie, die in Kolumbien angesiedelt ist. Man darf also auf noch mehr Märchenhaftes gespannt sein.

Photos by Sara Savage