Katherine Hamnett – Kult Designerin

DeKatherine Hamnett (1947). Ihr Vater war bei der Britischen Luftwaffe, sie lebte in Frankreich, Schweden, Rumänien und England und studierte Mode und Textildesign an der Konstfackskolan Stockholm und am Central St. Martin’s College in London. Stolze Mutter von zwei Söhnen (einer ist Künstler, der andere macht politische Satire und arbeitet für Channel 4 und The Guardian), hat sie den Inhalt von Kleiderschränken auf der ganzen Welt revolutioniert. Zu ihren Kunden zählten die Beatles, Prinzessin Diana, Faye Dunaway, Madonna, George Michael und Norman Foster, um nur einige zu nennen.

Slogan-T-Shirts sind wieder in Mode, und H&M brachte einen Entwurf von Katherine Hamnett auf den Markt, um auf die Klima-Woche aufmerksam zu machen.
Ein Modeopfer ist jemand, der wirklich unvorteilhafte Kleidung trägt, aber Landwirte, Mikroorganismen, die Weltmeere und die Erdatmosphäre etc. sind auch Opfer der Mode. Wir machten daraus eine Kampagne, die sich durch T-Shirts selbst finanzierte. Der Preis liegt ein bisschen höher – aber nicht viel – denn Sie zahlen den Landwirten einen angemessenen Preis und einen existenzsichernden Mindestlohn für die Baumwolle, anstatt Sklavenarbeit zu unterstützen. Unsere Produkte sind häufig kopiert worden, aber wenn diese Leute Umweltschutz als Thema nutzen, bin ich zufrieden.In den achtziger Jahren waren Sie die erste Designerin, die Protest T-Shirts auf den Markt brachte. Sie wurden vom British Fashion Council zur Designerin des Jahres gewählt und zu einem Treffen mit Margaret Thatcher eingeladen. Ich hatte nicht vor, dorthin zu gehen, weil ich sie nicht ausstehen konnte. Ich konnte den Falkland-Krieg und alle anderen Dinge, die auf ihr Konto gehen, nicht nachvollziehen. Jasper Conran fragte mich; “Weshalb sollten wir mit dieser Mörderin ein Glas Weißwein trinken?“ Aber wir gingen dennoch hin, denn es war eine Chance. In letzter Minute zog ich dieses Slogan-T-Shirt an mit der Aufschrift „58 % wollen keine Pershing”. Mein Vater war Verteidigungsattaché der Botschaft, und so war ich diese Art von Anlässen gewohnt. Ich musste etwas anderes drüberziehen, um in den Saal zu gelangen. Als ich vor Thatcher stand, zeigte ich es ohne viel Aufhebens. Als ich hereinkam, sagte sie, „Endlich ein echtes Original“. Sie hatte keine Ahnung! Heute ist das Fotos Geschichte.

Sie hatten großen Einfluss auf Prominente und Popstars.
Pop-Bands wie Duran Duran und Wham! nahmen unsere Slogan-T-Shirts an. Die Pop-Gruppe Frankie Goes To Hollywood kopierte unsere T-Shirts als erste. Meine Mode-Kampagnen in den achtziger Jahren waren die ersten für Kate Moos, Claudia Schiffer, Nadja Auermann und viele weitere. Ich habe mit der Stiftung Environmental Justice Foundation, dem Netzwerk Pesticide Action Network und afrikanischen Anti-Gewalt-Organisationen gearbeitet. Prominente, die meine Kleidung tragen, erregen eine Unmenge von Aufmerksamkeit. Models wie Naomi Campbell sind in unseren T-Shirts erschienen mit Slogans wie “BENUTZE EIN KONDOM” und “FRIEDEN”, und Jodie Kidd ist auf einem Foto mit dem T-Shirt “BEENDET DEN KRIEG, BLAIR RAUS“ zu sehen, heute ein Exponat im Kriegsmuseum.

Was war für Sie zuerst da, Umweltschutz oder Mode?
Ich verließ St. Martins 1969 und gründete mit meiner Freundin Anne Buck ein Unternehmen namens Tuttabankem, das ziemlich erfolgreich wurde und die besten Geschäfte in Amerika und Europa belieferte, aber dann haben wir uns zerstritten. Ich arbeitete eine Zeit lang freiberuflich in Paris, aber ich hatte ein Baby und keine finanzielle Unterstützung, und so beschloss ich, wieder in die Fertigung zu gehen und ein Katherine Hamnett-Label auf den Markt zu bringen. Von den Franzosen hatte ich einige Tricks gelernt, wie man Kunden gewinnt. Fünf Jahre lang verdoppelte das KH-Label jährlich den Umsatz und verkaufte seine Artikel weltweit. Mode war nicht meine erste Wahl – ich wäre gerne Filmregisseurin geworden, aber meine Eltern (aus der Steinzeit) behaupteten, es gäbe keine weiblichen Filmregisseure. Anstelle einer Modeschau habe ich für uns eben ein paar Filme gedreht.

Seit wann verwenden Sie Bio-Baumwolle?
Eine Zeit lang lebte ich richtig gut. Früher wurde ich in einem grünen Lincoln Continental Baujahr 1973 umher chauffiert (er war einst in Besitz des Herzogs von St. Albans) mit Givenchy-Interieur und einem uniformierten, schwarzen Fahrer namens Joe. Es hat Spaß gemacht, aber ich merkte, dass ich nicht bereit war, meinen Lebensunterhalt zu verdienen, ohne zu wissen, was am anderen Ende der Kette vor sich ging. Ich ging nach Mali, traf Bäuerinnen, die ein Kind an ihrer Brust verloren hatten, weil es vor Hunger starb aufgrund amerikanischer Baumwollsubventionen und der Tatsache, dass sie gezwungen waren, Verträge zu unterzeichnen, die den Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln vorschreiben, um unter Vertrag genommen zu werden und Baumwolle verkaufen zu können.

Wie können Sie sicherstellen, dass es tatsächlich „Bio“ ist?
In Indien haben die Leute eine Methode entwickelt, bei der nach einem Bio-System abwechselnd Baumwolle und Heilpflanzen angebaut werden, und der Ertrag stieg um 500 %, aber das Problem ist, dass die Nachfrage Indiens nach Ayurveda-Produkten die Menge des vorhandenen, biologisch bewirtschafteten Bodens übersteigt. Aber jeder sollte sich biologisch ernähren können. Wenn schwangere Frauen mit Pestiziden belastete Nahrung essen, sinkt der Intelligenzquotient ihres Kindes um fünf Punkte.

Was bedeutet für Sie Stil? Für wen machen Sie gerne Mode?
Ich entwerfe gerne Kleidungsstücke, die nicht aus der Mode kommen, aber dennoch in Mode sind. Was ich gerade trage, wurde 1983 entworfen. Kleidung, die man zu allen möglichen Anlässen tragen kann, z. B. ein Kleid zum Fischen, mit dem Sie auch zu einer Cocktail-Partei gehen würden. Ich kleide jeden ein, Babys, alte Menschen, Siebzehnjährige, die sehr bewusst leben – es geht um die Geisteshaltung.

Was zog Sie nach Fornalutx?
Mein Haus war ein Impulskauf, und es war das beste, was ich für mich, meine Familie und Freunde tun konnte. Es hatte keinen Strom, kein fließendes Wasser, außer einer Quelle. Am Ende bekamen wir Strom und Telefon um meiner Kinder willen. Ich war so verärgert, denn dadurch ändert sich alles. Aber ich danke Gott, dass ich dieses Stück Paradies mein eigen nenne. Ich komme bereits seit 29 Jahren nach Mallorca. Ich habe 2,5 Hektar Land und plane einen Schmetterlings-Garten. Hier liebe ich das Gemeinschaftsgefühl. So sollte es auch bleiben.

Projekte?
Ich habe KH Herren- und Damenbekleidung, u. a. Slogan-T-Shirts, neu auf den Markt gebracht, die aus Bio-Baumwolle hergestellt werden und in ausgewählten Einzelhandelsgeschäften weltweit erhältlich sind. Das Kaufverhalten ist heute umweltbewusster, der Konsument sucht nach ethisch vertretbaren Lösungen – Tendenz steigend.