Der Orient trifft auf den Westen in Santa Catalina

Das Projekt OMA stellt Kunsthandwerk und Modeartikel aus

Naïl Mani

Naïl Mani (36) mag es antiken Dingen Leben einzuhauchen. Das merkt man sofort, wenn man ihren Laden „Oma“ schräg gegenüber der Markthalle in Santa Catalina betritt in Palma de Mallorca. Früher befand sich in dem Lokal ein Kindergarten, für ihren Concept Store riss sie die abgehängten Decken und Trennwände heraus, zum Vorschein kamen die ursprünglichen Marès-Wände. „Aus Mallorcas Kalksandstein sind viele Wohnhäuser in Santa Catalina erbaut“, erzählt Naïl Mani. Die größte Überraschung fand sie aber unter drei Schichten Linoleum auf dem Fußboden: wunderschöne alte Hydraulikkacheln in unterschiedlichen Farben und Mustern.

Sie wirken wie Teppiche und teilen den Concept Store auf originelle Weise in kleine Bereiche ein. Präsentiert werden Objekte von rund 20 Künstlern und Designern aus Mallorca, Barcelona, Frankreich, London und Marokko. Naïl Mani versteht ihren Anfang August eröffneten Laden als einen Showroom, in dem sie Kunden und Künstler zusammenbringt. Viele der Einrichtungs- und Dekorationsstücke sowie Bademode und Schmuck werden auf Mallorca gefertigt, Naïl Mani, die aus Algerien stammt, in Frankreich lebte und vor drei Jahren auf die Insel zog, kennt die Designer und Handwerker persönlich. „Für mich spielen Kultur und Tradition eine wichtige Rolle“, sagt die Mutter einer Tochter. Sie zu respektieren sei eine Sache, Naïl Mani möchte die südliche Lebensart aber auch erfahrbar machen. Bei „Oma“ erwirbt man daher nicht einfach ein Produkt, man nimmt auch eine persönliche Geschichte mit nach Hause.

Ins Auge fällt beispielsweise ein großer Esstisch aus Olivenholz von dem Label Almadesign aus Binissalem. Dahinter stehen zwei junge mallorquinische Künstler, die für ihre individuell angefertigten Möbel das Mandel- und Olivenholz der eigenen Finca nutzen. Auch die dekorativen Brettchen aus Binissalem-Stein stammen von dort. Die Keramikserie aus Bechern, Tellern und Schälchen kommt ebenfalls von Mallorca, eine britisch-argentinische Künstlerin fertigt die Unikate per Hand in Deià. Auch die nach alten Traditionen hergestellten Bettüberwürfe, Lampen und Teppiche aus Marokko sind perfekt dazu geeignet, sich im Alltäglichem mit schönen Dingen zu umgeben. Und wer ein Faible für Kunst und Malerei hat, der wird die Kosmetiktaschen mit Werken des französischen Malers Julien Meunié lieben. Die Tochter des verstorbenen Künstlers ließ die Bilder ihres Vaters auf Leinen drucken und fertigt daraus kunstvolle Taschen an – auf diese Weise reisen die Motive um die Welt.

„Ich möchte Künstler unterstützen und sie ermutigen, das zu tun, was sie mögen“, sagt Naïl Mani. Zu ihrem einfach geschnittenen grauen Kleid trägt sie Ohrringe aus Gold und echtem Onyx von Ikkelele, einer Goldschmiedin aus Barcelona. „Mit diesen Ohrringen benötigst du kein weiteres Schmuckstück“, so Naïl Mani, die zusammen mit ihrem Mann Häuser und Wohnungen auf Mallorca restaurierte, bevor sie ihren Concept Store eröffnete. Auch sie folgte damit ihrer Leidenschaft, nachdem sie auf Wunsch der Eltern zunächst Wirtschaftswissenschaften in London und den USA studierte und anschließend drei Jahre in diesem Bereich arbeitete – Erfahrungen, die ihr nun für „Oma“ nützlich sind.Nach Mallorca zog sie die Ruhe, die Natur und die gute Energie, außerdem sei das Klima ähnlich wie in ihrer Heimat Algerien. Auf die heißen Temperaturen hat sie auch die Auswahl der Kleidung in ihrem Shop abgestimmt. „Im Sommer tragen wir weit geschnittene Oberteile und Hosen in sanften Farben und aus natürlichen Materialien wie Leinenstoffe, die kühlen“, so Naïl Mani, die beispielsweise die Linie von Tentwelve aus Barcelona liebt. Dahinter steht eine türkische Designerin, die ihre edlen, schlichten Kleidungsstücke selbst entwirft, die Stoffe färbt, näht und mit Details wie Stickereinen verziert. Zur Übergangszeit im Herbst, wenn die Temperaturen tagsüber noch warm, die Abende aber schon kühler sind, passen wunderbar die avantgardistischen Kaschmir-Pullover der Londoner Designerin Zoe Jordan. Ihre sportlichen Kollektionen findet man im Kaufhaus Harrods in London genauso wie in Boutiquen in New York.

Naïl Mani lässt zudem eine Modelinie nach ihrem persönlichen gusto und exklusiv für „Oma“ entwerfen. Den Anfang macht die Catalina Bag, die Tasche wird aus traditionellen Palmito-Kordeln gefertigt und wirkt durch die Farbkombination weiß, schwarz, natur eleganter als die typische mallorquinische Korbtasche. „Die Henkel sind gerade lang genug, dass man die Catalina Bag bequem über der Schulter tragen kann“, erklärt Naïl Mani. Sie passt zur Shopping-Tour, aber auch zum abendlichen Ausgeh-Dress und zeigt, wofür „Oma“ steht. Ein natürlicher lockerer Lebensstil gepaart mit edlen Materialien und gutem Geschmack – das ist Naïl Manis Handschrift.

Fotos von Sara Savage

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OMA

Oma Carrer de Pou 33A, Palma