Camper auf Mallorca

Hausgemachter Erfolg auf Mallorca... 150 Camper-Filialen in über 70 Ländern

Camper Schuhe sollten nicht nur bequem, sondern auch immer kreativ sein. Obwohl dieses Konzept auf viel Zuspruch traf, war die internationale Verbreitung schwierig.

Diesen Inselschuhe eroberten das spanische Festland ohne große Schwierigkeiten, aber die internationale Expansion ins Ausland gestaltete sich komplizierter, da spanische Produkte dort nicht besonders bekannt und/oder beliebt waren und zu dieser Zeit auch keine wirtschaftliche Bedeutung genossen. Es dauerte bis zu Beginn der 90er Jahre bis die Marke Camper stark genug für den Export ins Ausland war. Die Menschen, die Camper tragen, wissen, dass sie nicht nur Leder an den Füßen haben, sondern ein Stück Geschichte, das international für seine pfiffigen Designs berühmt geworden ist, welches viele loyale Kunden weltweit anspricht.

„Camper ist mehr als ein Schuh“, heißt es provokativ in der Firmenphilosophie des mallorquinischen Unternehmens. Camper trägt man am Fuß. So wie einen Schuh. Camper sehen auch aus wie Schuhe. Auf den ersten Blick zumindest. Schaut man etwas genauer hin, dann wird der Schuh zum Designobjekt, das schon allein deshalb auffällt, weil es Camper schafft, zwei bei Schuhen völlig konträre Eigenschaften zu einem harmonischen Ganzen zu vereinen. Nämlich schön und trotzdem bequem. Camperschuhe schmeicheln den Füßen und verwöhnen dieselben mit einer Bequemlichkeit, die süchtig macht. Nach mehr Schuhen der Marke Camper. Und Camper gibt es mittlerweile für alle Gelegenheiten. Vom trendverdächtigen Winterstiefel bis hin zur Sportvariante. Und jeder Schuh spricht dieselbe Sprache und erzählt von einer ganz besonderen Form des Denkens und Gehens, die vor vielen Jahren auf einer Insel im Mittelmeer entstanden ist.

Vor gut 120 Jahren hatte Antonio Fluxà einen Traum. Er träumte von einem ganz besonderen Schuh. Allerdings wusste er nicht, wie er diesen besonderen Schuh auf seiner Heimatinsel Mallorca herstellen konnte. Aber er wusste, wo es Leute gab, die mehr über Schuhherstellung wussten als er. In England. Für damalige Verhältnisse fern ab von der Heimat. Trotzdem beschloss Antonio Fluxá, sich auf die Reise zu machen. Mit wenig Gepäck reiste er auf die große Insel im Norden und kam mit reichlich Wissen und Erfahrung über die industrielle Schuhfertigung zurück. 1877 war es dann soweit. Antonio Fluxá machte seinen Traum wahr und errichtete in seiner Heimat Mallorca die erste fortschrittliche Fabrik für die Fertigung seiner Traumschuhe. Aber sein Traum war größer. So groß, dass er seine Kinder und diese wiederum ihre Kinder ansteckten. Vor allem seinen Enkel Lorenzo. Mittlerweile im Jahr 1975 angelangt, beschloss Lorenzo Fluxá das Schuhdesign neu zu erfinden und zu modernisieren. 1975 ist das Geburtsjahr von Camper. Lorenzo will mit seinen Schuhen „made in Mallorca“ den Sprung von der Insel schaffen und kombiniert die altbewährten traditionellen Methoden mit neuen ästhetischen Ideen.

Kreativ und trotzdem funktionell sollen fortan die Camperschuhe sein. Ein komplizierter Weg. Denn trotz guter Ideen war der Sprung von der Insel nicht leicht. Das spanische Festland eroberte der Inselschuh ohne größere Schwierigkeiten, doch der Sprung über die nationalen Grenzen erwies sich als schwierig, denn spanische Produkte erfreuten sich in diesen Jahren keiner handelswichtigen Popularität.

Erst Anfang der 90er Jahre war die Marke Camper stark genug für den Export. Der große Durchbruch gelang im Jahr 1992 dank der olympischen Spiele in Barcelona, bei denen die Welt auf Spanien schaute und erkannte, dass die iberische Halbinsel weit mehr zu bieten hatte, als eine für die olympischen Spiele komplett umstrukturierte Stadt. Camper nutzte die internationale Aufmerksamkeit und ging in die Offensive. Mit einem mutigen Schritt in die wichtigsten und zugleich schwierigsten Orte. Dort, wo Modegeschichte gemacht und auch gelöscht wird: London, Paris & Mailand.

Der Schuh aus Inca, dem Herzen des bäuerlichen Mallorcas, hat es geschafft, sich in der kritischen internationalen Modeszene zu behaupten. Dabei hat Camper sein ländliches Konzept nicht aufgegeben. Im Gegenteil. Selbst der Name ist Konzept. Camper bedeutet übersetzt Landsmann und steht für das karge Leben in der ländlichen Welt, für ländliche Kultur und ursprüngliche mediterrane Landschaft. Vielleicht ist es die Sehnsucht der gehetzten Städter nach dem ruhigen Landleben? Camper kleidet mittlerweile die Füße vieler Berühmtheiten der so genannten High Society. Füße, die sich in den natürlichen Materialen wohl fühlen, aus denen die Schuhe gemacht sind und die gerne in den Schuhen stecken, weil die Designer derselben genau wissen, wie ein Schuh gemacht sein muss, um bequem zu sein.

Deshalb ist Camper nicht einfach ein Schuh. Camper inszeniert die Art des Gehens, deshalb will der Schuh mitsamt seiner Geschichte und Tradition verstanden werden. Auch heute noch werden die Camperschuhe im ländlichen Inca designt. Über dreißig Designer schaffen die Gratwanderung die Schönheiten der ländlichen Welt und die Anforderungen städtischer Lebensweise in Schuhdesign zu verwandeln.

Die Mehrzahl der Designer kommen aus Mallorca, Barcelona oder dem Baskenland. Aber auch Argentinier, Deutsche und Franzosen sind im Designteam vertreten.

D. Lorenzo Fluxá führt das Unternehmen mit seinen beiden Söhnen Lorenzo und Miguel. Der Firmensitz ist unverändert in Inca. Im Herzen Mallorcas sind nach wie vor die wichtigsten Abteilungen des Familienunternehmens und werden die strategischen Entscheidungen getroffen. Weitere Firmenstützpunkte sind in den Vereinigten Staaten, Europa und Asien, wo mittlerweile ein Großteil der Camperschuhe produziert wird.

In diesem Jahr feiert Camper seinen 30igsten Geburtstag und kann auf eine stolze Bilanz blicken. In über 45 Ländern der Welt ist der mallorquinische Schuh präsent und kann dort in firmeneigenen Geschäften oder anderen Markenläden gekauft werden. Insgesamt führen über 3.800 Markenläden in Europa, Asien, Nordamerika, Australien, Mexiko und Südafrika den Schuh aus Mallorca.

Von den über 80 firmeneigenen Geschäfte sind 19 in Europa verteilt und die restlichen in den wichtigsten (Mode-) Städten der Welt wie London, Paris, Mailand, Rom und New York. Camper vereint Kontinente und macht eine einzige Kollektion für alle Länder. Das erste Modell, das Camper im Jahr 1975 präsentierte, war der Camaleón. Diesem Modell verdankt das Unternehmen die Einführung des „casual“ in Spanien. 1981 folgte Runner, der erste Schuh für „vor und nach“ dem Sport, der schnell zum beliebten Stadtschuh wurde, weil er ästhetisch und gleichzeitig bequem war. 1988 sorgten die Twins mit ihrer Asymethrie für Aufsehen. 1995 war das Geburtsjahr von Pelotas, einer Hommenage auf den Sport im Retrolook. Im Jahr 2000 überraschte Camper mit seinem Model Wabi, einem Schuh für den Hausgebrauch. Die beliebtesten Campermodelle wie Pelotas oder Twins haben weltweiten Erfolg. Im Jahr 2006 werden sich die Campermodelle farbenfroh und fröhlich zeigen.

Camper shoppen im Internet unter www.campershoes.com
Über 300 Campermodelle können ab sofort per Internet ausgesucht und bestellt werden. Der Weg ist einfach. Sprache und Land eingeben und schon öffnet sich eine Seite mit den verschiedenen Modellen. Schuh für Schuh kann von allen Seiten angesehen werden. Auch das Material kann per Vergrößerungsklick detailliert betrachtet werden. Die Bestellungsmodalitäten sind einfach und das Unternehmen verspricht eine Lieferzeit von 3-4 Tagen.

Wenn Schuhe zum Hotel werden… Casa Camper in Barcelona
Das Haus aus dem 19. Jahrhundert im Herzen Barcelonas, ganz in der Nähe des Stadtviertels Es Raval hat seit kurzem eine neue Bedeutung gefunden. Der Schuhfabrikant Camper beschreitet mit seinem Casa Camper neue Wege. Casa Camper ist kein Schuhgeschäft, sondern das erste Hotel der Schuhmarke. „Wir gehen gerne bei Camper und gehen deshalb auch verschiedene und überraschende Wege“, begründet Camper Marketingdirektorin Dalia Saliamonas die Entscheidung für das neue „Firmenkind“ Hotel. Zusammen mit dem Designer Fernando Amat ist ein 25-Zimmer Hotel entstanden, das in die Firmenphilosophie passt. 1+1 sind Schlafzimmer und Lounge, die dem Gast angeboten werden. Das Schlafzimmer ist von der Straßenseite weg gelegen und durch einen Flur von der Lounge getrennt. Die Schränke sind offen und das Design ist klar und schlicht. Reisende können sich freuen, das Selbstbedienungsrestaurant der edlen Art ist 24h geöffnet und die Snacks sind wie auch das Frühstück im Zimmerpreis enthalten.

Selbst die Natur hat im Casa Camper ihren Platz gefunden. Da es diesen horizontal in der Altstadt von Barcelona nicht gab, hat Camper den Garten neu erfunden und ein vertikales Gartenkonzept entwickelt. Viele Dutzend grüne Pflanzen stehen in einem gigantischen grünen Riesenregal. Die Zimmerpreise bewegen sich zwischen 175 – 205 Euro für das Camper Single und 210 – 245 Euro für die Double Suite.

Kontakt

Camper

Avda. Jaime III, 5, Palma / Alexandre Roselló 12-16 3ª Planta, El corte Inglés