Tavis Wright – der Architekt des Lichts

Der Mitbegründer von DOS teilt mit uns seine Erfahrungen und was ihn inspiriert.

Architect Tavis Wright
Tavis Wright

Das Gebäude hat noch keine Nummer, aber es muss der richtige Ort sein. Jedes Detail, von den schicken grauen Laternen bis zum überdimensional großen Griff an der Eingangstüre ist beabsichtigt. Der Architekt Tavis Wright und sein anhänglicher, flauschiger Hund Bruno erscheinen sogleich an der Türe und beenden somit unsere Spekulationen. Sie empfangen uns in einem frischen und lichtdurchfluteten Raum, der durch Holzbalken, Zimmerpflanzen und Fotos, die ein glückliches Familienleben zeigen, aufgelockert wird.

„Wir sind nicht daran interessiert Stararchitekten zu sein, sondern Architektur zu machen, die das Leben der Menschen besser macht“, sagt er. Ein Kaffee in einer Keramiktasse findet den Weg in unsere Hände. Es fühlt sich an, als würden wir einen alten Freund besuchen, anstatt ein Interview über DOS zu führen. Das Unternehmen wurde von Tavis und seinem Geschäftspartner Lorenzo Grifantini gegründet. Ihr Slogan lautet Create Better Lives. „Das bedeutet, einen Raum zu schaffen, der gut für Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden ist, und gleichzeitig schön ist.“

Ein Praktikum bei Philippe Stark

Tavis, der Sohn eines schottischen Architekten, wuchs auf der Insel Formentera auf. Während seiner Kindheit besuchte er oft mit seinem Vater Baustellen. Sein eigener Karriereweg wurde später während eines inspirierenden sechsmonatigen Praktikums in einem von Philippe Starck geleiteten Designbüro in Paris gefestigt. „Ich war hin und weg von den gezeichneten Skizzen, die jeder mitbrachte“, erinnert er sich, „ich dachte, so etwas würde ich gerne machen“.

Er entschied sich für die Universität Edinburgh und überstand gutgelaunt drei Jahre in einem eiskalten georgischen Reihenhaus, bevor er ein Praktikum in New York und ein Erasmus-Jahr in Barcelona absolvierte. Er wäre vielleicht in Versuchung gekommen, in der katalanischen Hauptstadt zu bleiben, wenn ihm nicht das Jobangebot der renommierten Firma Foster & Partners in London angeboten worden wäre. Wie hätte er das ablehnen können?
„Es war eine tolle erste Arbeitsstelle“, sagt er, aber auch sehr intensiv. Der ehrgeizige Hochschulabsolvent arbeitete die Nächte und Wochenenden durch. Tavis wusste, dass er nicht in der Wirtschaft Karriere machen wollte. Er fragte sich: „Wie kann ich erfolgreich sein, ohne einen Vorgesetzten zu haben?“

Flache Dächer und weiße Architektur

Bei Foster & Partners traf er seinen jetzigen Geschäftspartner Lorenzo Grifantini. Sie bewiesen ihr gemeinsames Potenzial, indem sie einen Wettbewerb für einen 92-stöckigen Turm in Dubai gewannen. Von ihren vielen Auszeichnungen war jedoch der bedeutendste Preis der der Renzo Piano Foundation für einen Erweiterungsbau auf einem denkmalgeschützten Gebäude in London. Die überwiegend gläserne Struktur veranschaulicht Tavis‘ Fokus auf die Nutzung von natürlichem Licht. „Es klingt sehr einfach, aber viele Häuser haben es nicht“, sagt er.

Es ist die Architektur von Ibiza, die Innenhöfe und die spielerische Verteilung der Räume, die ihn am meisten beeinflussen. „Die Sprache der Flachdächer und das Meer von weißen Häusern liegt mir sehr am Herzen“, sagt er. Derzeit hat er laufende Projekte auf Mallorca, Formentera und Ibiza.

Unser Gespräch, das über Kontinente hinweg ging, kehrt auf die Balearen zurück. „Das ist mein Zuhause. Ich möchte nirgendwo anders leben“, erzählt er. Wir wissen, wie er sich fühlt. Wir sitzen in seinem schönen Wohnzimmer mit Blick auf den hübschen Garten und die Felder dahinter und wollen gar nicht mehr gehen, geschweige denn je die Inseln verlassen.

Fotos von Sara Savage & Tomeu Canyelles

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