Sir Stirling Moss

Bekannt als Mr. Motor Racing, ist er der wohl größte Allround-Rennfahrer aller Zeiten. Mit 18 wurde er Profi am Steuer eines Cooper 500, und er ging mit über 107 verschiedenen Autos aller Marken an den Start, darunter Jaguar, Mercedes-Benz, Aston Martin und Lotus.

Nachdem er 1961 den Monaco Grand Prix gewann, galt er noch immer als einer der besten F1-Rennfahrer überhaupt. Ein beinahe tödlich verlaufender Unfall in Goodwood im Jahr 1962 beendete alles mit einem Schlag, und nach seinem Ausscheiden aus dem Motorsport mit 32 Jahren konzentrierte er sich auf seine wirtschaftlichen Interessen, vor allem seine Aktivitäten im Immobilien-Geschäft, das er noch heute leitet.
Neben Ritterstand und OBE (Order of the British Empire) trat er 1967 im James-Bond-Film „Casino Royale“ auf.

Ihr Lieblings-Reiseziel?
Bangkok…furchtbar heiß und ein Ort mit extremer Luftfeuchtigkeit. Aber die Leute sind so liebevoll dort, das Essen schmeckt herrlich und man wird regelrecht umschmeichelt. Da will man gerne sein. In Thailand habe ich einen fabelhaften Zahnarzt, zu dem zwei- bis dreimal im Jahr zur Behandlung komme. Wir sind generell gerne im „Orient“… vor allem, weil dort der Service nicht zu überbieten ist. Wir sind keine normalen Urlauber, weil meine Frau und ich gewöhnlich das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden. Eine Reise ist auch immer eine Geschäftsreise.

Wo würden Sie nie wieder hin wollen?

Marokko. Den Club Med zu buchen war ein fataler Fehler. Wir passten vom Alter her nicht da hin und haben wie Hunde gelitten.

Was muss ins Gepäck?

Man nimmt gerne zu viel mit. Ich reise gerne “light”, mit wenigen Sachen für jeden Anlass.

Mit wem würden Sie niemals verreisen?

Mit einem Plappermaul mit Mundgeruch, der deinen Frieden stört. Nervige Leute, die „zufällig“ reinschneien, empfinde ich als sehr unangenehm.

Eine Lieblings-Urlaubslektüre?

Lesen ist nicht so mein Ding. Meistens warte ich, bis sie eine gute Story verfilmt haben. Aber ich hätte gerne mehr Geduld mit Büchern, weil man dabei so herrlich die Langeweile vertreiben kann, zum Beispiel beim Warten auf die Zollabfertigung. Wenn ich lese, ist es James Patterson.

Was darf nicht fehlen, wenn Sie ins Flugzeug steigen?

Mein Reisepass (einmal steckte er im falschen Koffer und das verursachte ein Tohuwabohu). Dann die Sachen, an denen ich gerade arbeite, wie Zeichnungen. Und natürlich meine „Wollfüße“, womit ich die dicken Socken meine.

Welche Art zu Reisen bevorzugen Sie?

Die Kreuzfahrt. Je weniger man gehen muss, desto besser und Sand mag ich nicht. Ich bin gerne im Ausland, halte mich auch gerne an Zwischenhäfen auf. Alan Whicker – ein bekannter britischer Journalist – empfahl mir die Reederei Seabourn. Ein Volltreffer. Das Essen dort ist herrlich, der Service unvergleichlich, die Unterbringung ausgezeichnet und niemand belästigt einen. Zu meinen Lieblingshotels gehören „Shangri-La“, „Peninsula“ und das „Kahala Mandarin“ in Hawaii.

Und Ihre besten Urlaubserinnerungen?  

Die Tiere in Afrika. Besonders ein Elefanten-Ritt mit Abu Camp im Okavango-Delta. Ich saß auf dem Elefanten, während meine Frau daneben her lief! Lizard Island in Australien war auch wunderbar und auf einem Seabourn Schiff kann ich total abschalten.

Welche Fremdsprachen sprechen Sie?

Ein bisschen Französisch. Aber meine Aussprache ist dabei besser als mein Wortschatz. Das hab ich in der Schule gelernt und mit 18 klapperten wir diverse Rennkurse in Europa ab, wo ich die Sprache ein wenig benutzen konnte. Als ich aus dem Koma erwachte, konnte ich plötzlich Italienisch! Das ist eine schöne Sprache und vielleicht die einfachste und sympathischste zum Lernen.

Welches Utensil muss mit?

Der Kompass, den ich mir um den Hals hänge. Beim Immobilien-Check ist er sehr nützlich. Man weiß dann, wo Norden ist und an welcher Stelle die Sonne aufgeht.

Was war die verrückteste Reise?

Ein durchgeknallter Werbe-Streifzug durch ganz Europa. In den frühen 50ern schafften wir 15 Länder in fünf Tagen – damals eine ganz beachtliche Leistung.

Wie sieht Ihr Paradies aus?

Eine Kreuzfahrt um den Osten auf einem Seabourn-Schiff.

Welche Immobilien gehören Ihnen?

„Mayfair“ in London (Das Design stammt von mir und die Facilities sind schier endlos) und „Aventura“ bei Fort Lauderdale in Florida. Augenblicklich halten wir nach Objekten in Arizona Ausschau. Das Klima in Florida ist extrem heiß und feucht – nicht gerade angenehm. Sonnenschein haben wir schon gern und deshalb passt wahrscheinlich Arizona besser zu uns.
Außerdem bin ich für knapp 50 Londoner der Vermieter. Aber ich zocke nicht mit Immobilien. Ich gehe sorgsam damit um, treffe logische, verbindliche Entscheidungen. Wäre Südafrika sicherer, wäre das ein toller Standort. Wirklich ein tolles Land.

Loht sich der Immobilienkauf in den USA?

Man kann dort große Gewinne machen. Wir sprechen die gleiche Sprache – am Anfang sehr hilfreich oder wenn man eine Baufirma anheuert. Die Gesetzgebung basiert auf britischem Recht. Mit der „Home Owners’/Condo’s Association” sollte man vorsichtig sein. Viele Leute kaufen sich in abgeschlossene Wohnanlagen ein und die Condos Associations sind sehr mächtig. Da kann man sich in die Nesseln setzen…deshalb vorher genau informieren, ob die Investition Sinn macht.

Ihre Lieblingsrennstrecke?

Monaco. Der Kurs ist aufregend, weil die Zuschauer so nah dran sind. Zu meinen aktiven Zeiten mussten wir 100 Runden fahren und brauchten dafür fast vier Stunden – ganz schön lang für einen Grand Prix. Heute sind die Rennen viel kürzer. Vermutlich haben die Fahrer bei diesem Rennen den meisten Spaß.

Wollen Sie nicht irgendwann in Rente gehen?
Ja, wenn ich einen Grabstein habe! Mein Motto lautet: „Aktivität verschafft Ausgeglichenheit.“ Das Leben ist dazu da, dass man es lebt!