Reisen mit Haustieren

Flughafen Sant Joan, Palma, 38 ºC auf dem Rollfeld, und das arme Tier musste noch eine Stunde in seinem Käfig ausharren. Seine Besitzer beobachteten verzweifelt, wie ihr schokoladenfarbener Labrador Mr. Boots mit den Pfoten scharrt in der Hoffnung, seiner Gefangenschaft zu entkommen und an ihnen hochzuspringen.

Das müssen viele Hunde und ihre Besitzer ertragen, wenn sie mit dem Flugzeug nach Mallorca zu reisen – und Realität ist, dass eine solche Situation sogar eine „Verbesserung“ darstellt, verglichen mit dem, was vorher gang und gäbe war, als Quarantäne-Beschränkungen verhinderten, dass  Haustiere ihre Besitzer in den Urlaub begleiteten. Aber dank Gesetzgebung der Europäischen Union ist das Fliegen mit einem Haustier heute viel einfacher.

Es bleiben natürlich ein paar Einschränkungen und Richtlinien für Flugreisen mit dem Haustier, davon ausgenommen sind Blindenhunde. Die schrittweise Entfaltung des Pet Travel Scheme (PETS) in der ganzen EU wurde mit dem Beitritt Großbritanniens im Januar abgeschlossen. Sobald das Tier einen EU-Haustier-Reisepaß und einen Mikrochip oder Tätowierung hat, gegen Tollwut geimpft und älter als drei Monate ist, darf es mitfliegen.

Nachdem diese Hürden überwunden wurde, ist der nächste Schritt, das Tier an Bord eines Flugzeugs zu bringen.  Zunächst einmal erlauben Billigfluggesellschaften keine Haustiere an Bord – mit Ausnahme von Air Berlin, Germanwings und Condor. Easyjet und Ryanair erlauben nur Blindenhunde. Monarch Airlines akzeptiert Haustiere inzwischen – bis zu maximal sechs – aber der Preis liegt bei mindestens 540 £ (ca. 700 €), und sie können nur an Wochentagen und im Frachtraum mitfliegen. Der Hinflug ist ab allen britischen Flughafen möglich, aber der Rückflug muss nach Gatwick oder Manchester gehen. British Airways erlaubt Haustiere, aber nicht auf ihrer einzigen Route LondonPalma.
Folglich ist der größte Nachteil bei Großbritannien, dass der Hinflug mit dem Haustier okay ist, aber der Rückflug manchmal Probleme bereitet. Das Fliegen von und nach Deutschland bringt weniger Einschränkungen mit sich, was die Auswahl der Flughäfen betrifft. Ein Haustier bei einem Air Berlin-Flug mitzunehmen, kostet zwischen 30 – 80 €, wenn es weniger als 6 kg wiegt und in der Kabine mitfliegt, oder zwischen 75 – 125 €, wenn es mehr als 6 kg wiegt und im Frachtraum reist. Bei Germanwings darf Bello sogar bis zu 8 kg wiegen und schlägt mit 40 € pro Flugstrecke in der Kabine zu Buche.

Die für Tierhalter und Tier vielleicht bequemste Art zu fliegen ist mit einem Privatjet. Herausragender Vorteil ist, dass das Tier auf einem Sitz oder auf dem Schoß des Besitzers Platz nehmen darf und den Flug nicht in einem Käfig im Laderaum verbringen muss. Bei Victor, einem Privatjet Broker, dürfen Haustiere auf dem Schoß Ihres Besitzers reisen, wenn sie unter 30 cm hoch sind und weniger als 10 kg wiegen. Für alle Tiere, die diese beiden Kriterien überschreiten, müssen Sie einen eigenen Sitz buchen. Im Einklang mit den Vorschriften in Großbritannien können die Tiere ab jedem Flughafen in Großbritannien abfliegen, der Rückflug ist jedoch nur für bestimmte Flughäfen erlaubt. Im Fall von Victor würden die Tiere London City-, Farnborough- und Biggin Hill-Palma fliegen. Auf deutschen Strecken ist nur ein Heimtierausweis, Impfungnachweis und Mikrochip oder Tätowierung erforderlich.

Da oben geschilderte Szenario mit Mr Boots in der Hauptrolle überzeugte seinen Besitzer, John Layton, statt mit einer Chartergesellschaft mit Victor zu fliegen. Ein erwachsener, schokoladenfarbener Labrador kann bis zu 40 kg wiegen, somit war klar, dass Mr Boots einen eigenen Sitzplatz haben würde. Herr Layton berichtet: “Im Daily Telegraph las ich einen Artikel über Victor, ging auf die Website und schickte eine E-Mail. Ich war im siebten Himmel,  als man 3 Plätze in einem Privatjet für die Strecke London Biggin Hill-Palma für mich, meine Frau und Mr Boots gefunden hatte.”
In der Vergangenheit war Mr Boots in eine Kiste verbannt worden, etwas, das der Besitzer “nie wieder tun wird”. Er erinnerte sich an die Zeit, die sein Hund auf dem Rollfeld verbrachte. “Als wir in Palma landeten, konnten wir ihn in seiner Kiste bei 38 Grad Hitze auf der Piste sehen. Man hatte ihn dort eine Stunde sich selbst über- lassen, und wir konnten nichts tun. Er war völlig erschöpft und dehydriert, als wir ihn endlich in Empfang nehmen konnten,” erklärt er.

Heute fliegt Mr Boots nicht nur gemeinsam mit Herrchen, sondern auch mit Stil. Herr Layton berichtet: “Wir kaufen Tickets für einen Flug, bei dem wir das ganze Flugzeug für uns alleine hatten. Mr Boots saß auf dem Platz neben mir und verbrachte die meiste Zeit damit, aus dem Fenster zu schauen.”

Ein Flug im Privatjet mag teurer sein als bei einer Chartergesellschaft – in einigen Fällen jedoch nicht so viel teurer – die Vorteile in Sachen Bequemlichkeit und Seelenfrieden liegen jedoch auf der Hand. Am wichtigsten jedoch für die Besitzer: Nie war das Reisen mit Haustieren so einfach – in jeder Hinsicht.

Weitere Infos finden Sie hier: www.flyvictor.com